Dienstag, 19. April 2016

Montagsfrage: Wenn du liest, stellst du dir dann bewusst alles vor oder passiert das eher automatisch? Oder liest du einfach ohne Kopfkino?




Ich stelle mir meistens alles sogar sehr ausgiebig vor, wobei die Bilder von selbst entstehen. Oft sehen Orte oder Personen sogar anders aus, als im Buch im beschrieben, wenn es das Bild im Kopf bereits gab, bevor das Buch etwas dazu sagt. Und das ist dann auch so in Stein gemeißelt, dass das Buch da so viel gegenan beschreiben kann, wie es will, das Bild bleibt so.
Manchmal ärgere ich mich sogar über ein Buch, weil ich nicht von meinem bereits bestehenden Bild abrücken kann oder will.



Auffällig ist, dass ich mir Frauen detaillierter vorstelle, während Männer meist eher schattenhaft sind und nur im besten Fall zumindest eine Haarfarbe haben. Das kommt daher, dass ich gesichtsblind bin und keine Gesichter als solche erkennen kann, sondern lediglich die Maße und Abstände im Gesicht bzw. orientiere ich mich eher an den Haaren und der Kleidung oder an den Bewegungsabläufen.

Bewegungen sind im Kopfkino aber nicht so präsent und Kleidung ist bei Männern meistens einfach nicht markant genug. Ich stelle mal die These auf, dass nur eine handvoll Kleidungsstile gibt und man fast jeden Mann einem davon zuordnen kann. Kleidung ist bei Männern kein Unterscheidungskriterium und bei Frisuren sieht es leider ähnlich aus. Männer erkenne ich vor allem an der Stimme, an der Statur und eben an der Bewegung. Ich sage euch, das ist vor allem auf der Arbeit nicht immer leicht!

Für Kopfkino bleibt da also nicht viel verwertbares Material übrig, weshalb Männer in meinem Kopf meistens nur eine Silouette haben oder nicht einmal das. Ich weiß, wo sie im Raum sind, ohne sie vor meinem geistigen Auge zu sehen. Klingt das seltsam?

Ich liebe Bücher, die einem von vornherein alles geben, was ich für ein passendes Kopfkino benötige, ohne mir im Nachhinein noch Informationen aufzuzwingen, und die mir dabei noch genug Spielraum für eigene Fantasie lassen.
Extrem detaillierte Darstellungen stören mich in der Regel, außer sie tragen dazu bei, eine bestimmte Stimmung zu kreieren. Dann versinke ich auch gerne darin.

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