Montag, 30. Mai 2016

[Rezension] So kalt wie Eis, so klar wie Glas

Autor: Oliver Schlick | Verlag: Ueberreuter Verlag | erschienen am 19. August 2015
  384Seiten | Preis: 16,95 € (gebundene Ausgabe) | ISBN: 978-3-7641-7043-1


Handlung
Nach dem Tod ihrer Mutter wird Cora Dorneyser von ihrem Großvater aufgenommen, einem weltberühmten Schneekugel-Macher. Das Schneekugel-Handwerk prägt das gesamte dorf Rockenfeld und auch Cora ist von den Minaturwelten im Flitter fasziniert.
Doch dann beginnen die mysteriösen Ereignisse. Blaue Lichter nachts im Wald. Der seltsame Niklas, der immer so plötzlich auftaucht, wie er wieder verschwindet und die vielen Gerüchte und Legenden, die in Rockenfeld kursieren. Während Cora diesen Geheimnissen nachgeht, ahnt sie kaum, welche Gefahr sich über ihr zusammenbraut.


Cover
 Das Cover ist wunderschön gestaltet mit all den Schneeflocken, den Farbverläufen und der Schrift, die aussieht wie mit einer alten Feder geschrieben. Ich gebe zu, ich bin ein Cover-Opfer und war vor allem deshalb so von diesem Buch fasziniert. Nur die Vögel passen irgendwie so gar nicht zum Buch, sehen aber trotzdem hübsch aus.


Winterwunderland
So könnte man Rockenfeld beschreiben. Dieses Dorf wirkt, als würde es in einer anderen Welt liegen, inklusive seiner Bewohner. Der Winter wird hier stark thematisiert, so gibt es zum Beispiel eine berühmte Eiskockey-Mannschaft (was ich für so ein kleines Dorf allerdings unglaubwürdig finde). Die Charaktere fand ich alle sehr überspitzt und karikiert. Vielleicht ist das aber auch nötig, damit sie sich einem besser einprägen. Allgemein hat dies bei mir aber den Eindruck erweckt, dass ich zu alt für dieses Buch bin. Solche übertriebenen Darstellungen bin ich eher aus aus dem Genre "Junge Leser" gewohnt.

Die Handlung lebt sehr von Geheimniskrämerei, daher ist es sehr schwierig hier etwas darüber zu sagen, ohne zu spoilern. Dennoch wird einem vieles immer schon verraten, bevor es im Buch wichtig wird. Das kann man so oder so sehen.

Neben Rockenfeld spielt noch das zugehörige Internat eine Rolle, das sich als Anstalt für schwer erziehbare Jugendliche herausstellt, zwischen denen Cora von nun an ihren Alltag meistern muss. Das passte irgendwie überhaupt nicht zu dem sonst so malerischen Rockenfeld und hat mich irgendwie gestört, obwohl ich Moritz (ein schwuler Goth, mit dem Cora sich anfreundet) sehr mochte.

Die Handlung rund um "Die Unzerbrechliche", die angeblich allererste Schneekugel, um die sich viele Sagen und Legenenden ranken, hat mir gut gefallen, die Idee ist super und mal was völlig anderes, als ich sonst so kenne. Ich wünschte wirklich, ich könnte darüber jetzt mehr sagen, weil ich das eigentlich noch viel mehr loben will, aber dann verrate ich euch alles!

Fehler habe ich nur einen einzigen gefunden, den finde ich aber tatsächlich öfter mal, deshalb fiel er mir auf. An einer Stelle wurde "gehenkt" statt "gehängt" geschrieben. Ich habe das schon so oft gesehen, dass mir im ersten Moment gar nicht klar war, was daran falsch ist, aber ich wusste, irgendwas stimmt daran nicht.^^


Fazit
Wundervolle Geschichte in einer interessanten Umgebung. Leider bin ich mit meinen fast 25 Jahren zu alt dafür und würde dieses Buch für Leser zwischen 12 und 16 empfehlen. Für die allerdings ausdrücklich, da es mir ansonsten gut gefallen hat.

Gestört haben mich die karikaturartigen Charaktere und die Tatsache, dass Rockenfeld thematisch so sehr an den Winter gekoppelt ist. Das schafft zwar eine tolle Atmosphäre, aber erweckt den Eindruck, es würde hier immer Winter herrschen. Es ist mir unvorstellbar, wie dieser Ort im Sommer aussehen soll. Außerdem gibt es zu viele Einrichtungen, die man in einem kleinen Dorf eigentlich niemals finden würde, wie das Eishockey-Team, das Internat oder selbst die Dorfschenke dürfte real bereits Probleme haben, sich finanziell über Wasser zu halten. Und ich störe mich eben an sowas.

Pluspunkte gibt es für die tolle Idee und die geheimniskrämerische Umsetzung.

Schleichwerbung^^
Wem die Ketten auf dem Bild oben gefallen, dem empfehle ich einen Blick auf Li-Paro, einem kleinen Label aus Hamburg, das diese Ketten in mühevoller Handarbeit herstellt. Die Inhaberin ist eine liebe Bekannte von mir.^^  






1 Kommentar:

  1. Hi Katja,

    das Buch sieht sooooo schön aus - schade, dass es kein absoluter Geheimtipp ist, würde ich sonst auf der Stelle kaufen! ;o)

    Beste Lesegrüße
    FiktiveWelten

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