Freitag, 10. Juni 2016

[Rezension] Mut zur Freiheit - Meine Flucht aus Nordkorea


Autorin: Yeonmi Park | Verlag: Goldmann Verlag | erschienen am 19. Oktober 2015
  320 Seiten | Preis: 19,99 € (gebundene Ausgabe) | ISBN: 978-3-442-31418-8


Handlung
Dieses Buch ist die Autobiographie von Yeonmi Park, die als 13-Jährige mit ihrer Mutter aus Nordkorea floh. Es gliedert sich in drei Abschnitte: Nordkorea, China und Südkorea. Im ersten Teil beleuchtet sie nicht nur ihr eigenes Leben und das ihrer Schwester Eunmi, sondern erzählt uns auch die Lebensgeschichten ihrer Eltern und Großeltern, was einem noch besser hilft, die Situation der Menschen dort zu verstehen. Der zweite Teil schildert ihre Zeit in China, die sie als Illegale dort verbrachte und wo sie ständig von einem Menschenhändler zum nächsten weitergereicht wurde. Zuletzt berichtet sie über ihr neues Leben in Südkorea und die damit verbundenen Probleme.


Cover
Auf dem Cover ist Yeonmi Park selbst zu sehen. Ich persönlich finde sie sehr hübsch! Spannend ist jedoch, dass ein- und dasselbe Foto zwar für alle Ausgaben des Buches verwendet wird, jedoch oft stark bearbeitet wurde. Wir Deutschen schießen sogar den Vogel ab, indem wir ihren Kopf gleich auf einen ganz anderen Oberkörper aufgepropft haben.

Hier einige Ausgaben im Vergleich: Ganz links die englischsprachige Originalausgabe, die zweite kann ich leider keinem Land zuordnen (scheint aber auch im englischsprachigen Raum zu sein), als drittes die für den südostasiatischen Raum (z.B. Singapur und Malaysia) und ganz rechts die deutsche Ausgabe.




Die Vögel und Mäuse können dich flüstern hören
Wie Zeitreisende kamen sich Yeonmi Park und ihre Mutter sich vor, als sie in China und später in Südkorea ankamen. Nordkorea ist technisch sehr rückständig und es gibt in der Regel nicht einmal Strom. Wir lesen von Hungersnöten, in denen Yeonmi und ihre Schwester auf den Wiesen Gräser gegessen haben, um irgendetwas im Bauch zu haben. Wir lesen von der Angst, für eine kleine Gedankenlosigkeit schon ins Lager zu kommen und vom mystischen Kult um die Führer, die angeblich mit ihren Gedanken das Wetter beeinflussen und die Gedanken der Bürger lesen können.

Wir bekommen Einblicke in eine Gesellschaft, in der jede Ordnung zusammengebrochen ist und sich darunter eine verdeckte zweite gebildet hat, in der jeder versucht, durch Verbrechen wie illegalen Handel zu überleben und in der ohne Bestechung nichts funktioniert, mit Bestechung jedoch fast alles - solange man nicht erwischt wird.

Genaue Inhalte über ihren Lebenslauf möchte ich gar nicht im Detail wiedergeben. Aber bevor ich dieses Buch gelesen habe, hatte ich bereits jede Dokumentation zu Nordkorea verschlungen, die ich im Internet finden konnte. Dieses Buch gewährt einem jedoch noch einmal völlig andere Einblicke in dieses Land. Es zeigt Seiten des Landes, die keine westliche Kamera jemals erblicken wird.

In der Mitte des Buches gibt es außerdem auch einige Fotos von Yeonmi und ihrer Familie zu sehen, die sie aus Nordkorea mitnehmen konnten.


Fazit
Dieses Land ist gleichermaßen faszinierend wie erschreckend!
Yeonmi Park schildert ihre Geschichte sehr offen und obwohl ich bereits so viele Berichte über Nordkorea gesehen hatte, zeigte es mir unendlich viel Neues, das ich noch nicht wusste. Die Biographin selbst ist mir auch sehr sympatisch und ich habe das Buch sofort noch ein zweites Mal gelesen. 





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