Freitag, 8. Juli 2016

[Rezension] Weit im Norden



Autor: Marcel Theroux | Verlag: Heyne Verlag | erschienen am 08. August 2011
  432 Seiten | Preis: 14,00 € (Taschenbuch)* | ISBN: 978-3453528468

*mittlerweile nur noch gebraucht oder als ebook (10,99 €) erhältlich 


Handlung
Makepiece Hatfield ist die letzte Einwohnerin der ehemaligen Quäkerstadt Evangeline. Der Kampf um Nahrung und Ressourcen ließen die Stadt zunehmend im Chaos versinken, bis sie schließlich dem Untergang geweiht war. Makepiece führt ein einsames Leben, bis sie eines Tages auf Ping trifft. Die Bekanntschaft mit einem anderen Menschen verändert ihre Sicht auf das Leben und wir begleiten Makepiece auf ihrer langen Reise, die ihr zeigt, wie die Welt außerhalb von Evangeline mittlerweile aussieht. Durchzogen ist das ganze von Erinnerungen, die uns rückblickend erklären, was genau in Evangeline und mit Makepiece geschehen ist.


Cover
Das Cover zeigt den Highway draußen vor der Stadt, über den man Evangeline erreichen kann. So in etwa stellt man sich die Umgebung im Buch vor, denn sie spielt in einer abgelegenen Gegend Russlands, in der die fiktiven Quäkerstädte rund um Evangeline lange vor Handlungsbeginn gegründet wurden. Schnee und Eis prägen das Leben. Den Blick in die Ferne, dem Highway folgend, finde ich ebenfalls sehr passend. 


Wohin der Highway eigentlich führte, war mir egal
Während ihre Kindheit noch recht unbeschwert verlief, war die Jugend von Makepiece Hatfield bereits von Gewalt und Streit um Nahrungsmittel geprägt, bis sie schließlich als letzte ihre Gemeinschaft noch übrig war. Die Protagonistin ist mir mit ihrer eher männlichen Art sehr sympathisch gewesen und passt auch absolut zur Handlung des Buches.

Die genauen Stationen ihrer Reise möchte ich jetzt nicht vorwegnehmen, jedoch fand ich sie fast alle sehr gut geschildert. Vor allem hat mir gefallen, wie realistisch einem immer wieder die Natur des Menschen vor Augen geführt wird. Es war fast schon überraschend, dass die Menschen meistens so beschrieben wurden, wie sie sich tatsächlich verhalten würden. So kennt man das nur aus wenigen Büchern.

Die Handlung enthielt gegen Ende leider einige Plotholes und driftete durch einen Gegenstands, der als das Danielsfeuer bezeichnet wird, auch leider in den Bereich SciFi oder Fantasy. Hinzu kommt noch, dass weder aufgeklärt wird, worum es sich bei diesem Danielsfeuer genau handelt, wer es warum entwickelt hat und es ist auch für die Handlung schlussendlich nicht von Bedeutung. Das hinterließ bei mir die Frage, wozu es überhaupt eingebaut wurde.

Die Rückblenden empfand ich zum Ende hin ebenso als zu überdramatisiert und etwas an den Haaren herbei gezogen, weil man sie eben immer weiter steigern musste, wie es scheint. Das war schade.

Bis auf diese Punkte hat mir das Buch aber sehr gefallen, vor allem die sibirische Lanschaft und die Tatsache, dass der Fokus hier gar nicht so genau auf den Untergangs der Zivilisation gelegt wird, sondern auf das Überleben im nachfolgenden Abschnitt. Man erlebt weniger das große Ganze, sondern nur eine, sehr persönliche Geschichte.


Fazit
Ein Buch mit toller Atmosphäre. Wer kalte Lanschaften mag und mal eine etwas andere Postapokalypse lesen möchte, dem möchte ich dieses Buch wärmstens empfehlen, trotz einiger Schönheitsfehler gegen Ende.

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