Freitag, 15. September 2017

[Rezension] "Das Mondmädchen" von Mehrnousch Zaeri-Esfahani


Autorin: Mehrnousch Zaeri-Esfahani | Verlag: Knesebeck Verlag  | 144 Seiten
erschienen am 14. März 2016 | Preis: 14,95 € (Hardcover) | ISBN: 978-3-86873-956-5



Handlung
Dieses Buch ist eine Quasi-Autobiographie der Autorin, allerdings in Form eines Märchens für Kinder. Sie beschreibt hier die Flucht ihrer Familie aus dem Iran. Im Buch erleben wir diese Geschichte aus den Augen der kleinen Mahtab, die Katzen liebt und immer wieder in ihre Fantasiewelt Athabasca reist.




Cover
Das Cover ist wunderschön und zeigt Hauptfigur Mahtab mit dem Schwan Ipamen. Der silberne Schriftzug passt ebenfalls sehr gut. Die Zeichnung ist auch als Illustration im Buch enthalten und stammt aus der Feder von Mehrdad Zaeri, dem Bruder der Autorin.



Athabasca ist näher, als du glaubst
Gleich am Anfang möchte ich loswerden, dass ich die Autorin und ihren Bruder letztes Jahr auf der Buchmesse in Frankfurt kennen lernen durfte und mich immer noch sehr darüber freue. Eigentlich ging es dort um ihr neues Buch "33 Bogen und ein Teehaus" (das ich unbedingt auch noch lesen muss) und ich war - soweit ich gesehen habe - die Einzige, die mit diesem Buch zum Signieren kam. Sie scheint sich aber sehr darüber gefreut zu haben, denn sie hat mich sogar umarmt. :)
Ich hatte dafür ein schlechtes Gewissen, weil ich das Buch zu dem Zeitpunkt erst angelesen hatte. Da ich jetzt fast ein Jahr fast nicht mehr lesen konnte aus Zeitgründen und auch andere Bücher dazwischenkamen, hat es bis jetzt gedauert, bis ich es beendet hatte.

Ich fand es sehr beeindruckend, die Geschichte der Flucht aus den Augen eines Kindes zu lesen. Trotzdem habe ich das Gefühl, das andere Buch der Autorin, das eine "richtige" Biographie ist, auch noch lesen zu müssen, um bestimmte Teile dieses Buches verstehen zu können. Dies hier ist eben eher ein Märchen für Kinder, und ich bin erwachsen und interessiere mich für die Hintergründe.^^

Nichtsdestotrotz ist es ein wunderschönes Buch und gleichzeitig sehr traurig und trotz dessen, dass es ein Märchen ist, so sehr nachvollziehbar. Manche Stellen haben mir beim Lesen richtig wehgetan. Vielleicht, weil ich mit Flüchtlingskindern in meiner Nachbarschaft aufgewachsen bin und daher schon mehrere solcher Schicksale aus meinem direkten Umfeld kennen gelernt habe.

Faszinierend fand ich auch, wie Kinder es doch immer wieder schaffen, unter den widrigsten Umständen etwas zu finden, woran sie Freude haben können, und seien es auch nur die Tauben auf dem Dach.



Fazit
Ein wundervolles Buch, das mich sehr berührt hat. Ich denke außerdem, dass es sehr gut geeignet ist, um Kinder an das Thema "Flüchtlinge" heranzuführen, das ja gerade aktuell wieder stark an Bedeutung gewonnen hat. Denn was könnte ihnen das besser erklären, als der Bericht eines Kindes?
Ich freue mich sehr für die Autorin und ihre Familie, dass sie es hierher geschafft haben.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen