Donnerstag, 11. Januar 2018

[Rezension] "Erebos" von Ursula Poznanski



Autorin: Ursula Poznanski | Verlag: Loewe Verlag | 488 Seiten
erschienen am 06. Juni 2011 | Preis: 9,95 € (Taschenbuch) | ISBN: 978-3785573617


Handlung
An Nicks Schule kursieren Kopien des geheimnisvollen Spiels "Erebos". Als auch Nick die Möglichkeit hat, es zu spielen, denkt er nicht lange darüber nach. Natürlich will er wissen, was an der Sache dran ist. Doch er merkt schnell, dass Erebos kein gewöhnliches Spiel ist. Es spricht mit einem. Es gibt einem Aufträge. Und es scheint einen Plan zu verfolgen...


Cover
Allzuviel kann man ja zum Cover nicht sagen. Was das Auge darauf soll, verstehe ich nicht so recht. Rot sticht natürlich ins Auge, aber auch die Schrift finde ich unpassend. Sie sieht so militärisch aus (was dieser Verwitterungseffekt noch unterstützt), daher hatte ich auch gedacht, Erebos sei sicherlich ein Shooter, aber Erebos ist ein Fantasy-Rollenspiel. Leider finde ich das Cover unpassend.


Das Spiel der Spiele
Erebos war endlich mal wieder ein Buch, das ich so richtig durchgesuchtet habe! Ich war skeptisch, weil es so dick ist, aber es nimmt recht schnell Fahrt auf.

Gut gefallen hat mir die langsame Steigerung, wie Nick sich immer mehr im Spiel verliert. Auch die Schilderung des Spiels aus Sicht der Spielfigur ist eine interesante Idee, die einen noch mehr ins Geschehen hineinzieht.

Das Spiel selbst finde ich nicht immer so überzeugend. Als jemand, der selbst schon jahrelang passioniert spielt, habe ich das Spiel als unrealistisch empfunden. Sowohl die KI dahinter kann nicht in verhältnismäßig kurzer Zeit so entwickelt werden, ebenso die angeblich überwältigende Grafik. Innerhalb des Spiels scheint es keinen roten Faden zu geben. Jedes Mal wird man woanders ausgespuckt und macht das erste, was einem über den Weg läuft? In der Realität dürfte sich so ein Spiel kaum durchsetzen, sondern wäre ziemlich langweilig. Die meisten wären wohl eher von diesen Mechanismen genervt. Auch die Arena würde wohl nur wenig Anklang finden, bei stundenlangem Anwesenheitszwang.

Nick als Charakter war mir zuerst unsympathisch, weil ich mich nicht mit ihm identifizieren konnte. Aber er repärsentiert wohl recht gut den normalen Durchschnittsschüler bzw. einen der Beliebteren. Dafür waren mir Emily und ihre Freunde umso sympathischer, sie mochte ich sehr gerne.

Die Auflösung am Ende fand ich überraschend stimmig. Genau die ist bei Büchern, die sich um Computerspiele drehen, in der Regel der Schwachpunkt und war für mich bislang immer enttäuschend. Hier wird das ausnahmsweise mal ziemlich gut gelöst. Wer letztlich hinter Erebos steckt und warum, das fand ich zwar leider trotzdem übertrieben und vor allem unrealistisch, aber immer noch besser als in anderen Büchern. Der Rest war - wie gesagt - aber recht stimmig.

Manches war sogar recht vorhersehbar, anderes kam ganz unerwartet. Vor allem hat man als Leser, gerade gegen Ende, oft eher den Durchblick als Nick. Das ist so offensichtlich, dass es nur so gewollt sein kann, aber warum? Mich hat das etwas genervt, aber vielleicht ist es so einfach glaubhafter, als wenn es so aus dem Nichts gekommen wäre. Also wahrscheinlich ist das doch so am besten gelöst.  


Fazit 
Spannendes Buch, für Gamer wie für Nichtgamer. Nicht alles fand ich überzeugend dargestellt, aber dennoch bietet es eine dichte Atmosphäre und die subtile Steigerung sorgt dafür, dass man es nicht mehr weglegen kann. Von Büchern, die sich um Computerspiele drehen, finde ich dieses bisher am stimmigsten.



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