Montag, 19. Februar 2018

[Rezension] "Kühlschrank-Chroniken" von Nora Miedler


Autorin: Nora Miedler | Verlag: Arena Verlag | 352 Seiten
erschienen am 04. Januar 2016 | Preis: 14,99 € (Hardcover) | ISBN: 978-3401601168


Handlung
Billies Oma überlässt ihr großzügig ihre Wohnung in München, als sie auf Weltreise geht. Da ihr Job beim Fernsehen nicht das finanzielle Überleben sichert, beschließt Billie, eine WG zu gründen. Bald schon sind die ersten Mitbewohnerinnen gefunden und das Chaos nimmt seinen Lauf... 


Cover
Ich gebe es einmal mehr zu: Ich bin ein Coveropfer und deshalb habe ich dieses Buch auch gekauft. Die Aufmachung mit dem Kühlschrank-Cover fand ich einfach zu lustig! Und es passt gut zum Buch, obwohl der Kühlschrank am Ende gar keine so zentrale Rolle gespielt hat.


Vier Mädchen, ein Chamäleon und jede Menge Chaos
Eins vorweg: Dieses Buch ist mal wieder so eins, bei dem der Klappentext mal so gar nicht zum Inhalt passt. Das stimmt alles so gar nicht, was da hinten draufsteht... 

Davon abgesehen, ist es aber trotzdem ein nettes, kurzweiliges Buch für zwischendurch. Billie und die anderen Mädchen haben mir als Charaktere gut gefallen.

Die Handlung ist hingegen etwas schwach. Viele Stelle wurden gar nicht richtig ausgearbeitet. Was sagen eigentlich Billies Eltern zu ihrer WG und ihrem Fernsehjob? Die kommen im ganzen Buch überhaupt nicht vor. Anstatt Billies Hin-und-Her-Gerissenheit zwischen zwei Jungs tiefer auszuarbeiten, kommt plötzlich noch ein dritter ins Spiel. Auch aus Sarah und dem Grund, warum sie so selten bis nie das Haus verlässt, hätte man eine Menge herausholen können, aber auch das wird nur wenig thematisiert und bekommt keine Tiefe. Die anderen reden immer nur über sie, aber nie spricht jemand mit ihr und man erfährt kaum etwas über ihre Gefühle oder darüber, wie es ihr geht. Das Gleiche gilt auch für Ki-Lu und ihr Leben als Kinderfernsehstar und auch für Billies Fahrstuhl-Phobie. Da wurde leider eine Menge Potential verschenkt!

Ziemlich enttäuschend war dann auch das Ende. Die Probleme, die innerhalb des Buches aufgebaut wurden, sich später viel zu plötzlich und sang- und klanglos ins Nichts auflösen oder einfach offen bleiben. Das Buch ist einfach plötzlich vorbei, die eine Hälfte ist Friede-Freude-Eierkuchen und die andere hat man wohl einfach vergessen... Das fand ich leider sehr schwach.

Das Buch ist auch sehr groß bedruckt mit breitem Rand, sodass die über 300 Seiten in Wahrheit wohl eher nur 150 Seiten entsprechen dürften. Entsprechend kurzweilig und oberflächlich ist die Geschichte dann eben auch.

Pluspunkte gibt es für die schöne Innengestaltung in Form von bunt bemalten Seiten. Allerdings wiederholen sich diese auch regelmäßig, was dann irgendwann langweilig werden kann.

Gut gefallen hat mir auch der Humor, der im ganzen Buch präsent ist.



Fazit
Empfehlenswert ist dieses Buch für heiße Sommertage, an denen man sich beim Lesen nicht großartig konzentrieren möchte, oder für alle, die etwas kurzweiliges für Zwischendurch suchen. Ansonsten dürften die fehlende Tiefe und das plötzliche, übertrieben positive Ende einem leider die Leselaune verderben. Hier hätte man viel mehr rausholen können! Ich hatte meinen Spaß, aber es hat mich dann doch leider enttäuscht.





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