Montag, 9. April 2018

[Rezension] "Aura - Die Gabe" von Clara Benedict

Autorin: Clara Benedict | Verlag: Thienemann Verlag | 368 Seiten
erschienen am 12. März 2018 | Preis: 18,00 € (Hardcover) | ISBN: 978-3522202411


Handlung
Hannah ist ein ganz normaler Teenager, geht gerne mit ihren Freundinnen feiern und ist verknallt in Jan. Jans Verhalten ihr gegenüber wird jedoch zunehmend seltsamer. Und dann ist da noch Hannahs verborgene Gabe, von der er unerklärlicherweise etwas zu ahnen scheint...


Cover
Das Cover finde ich schön gestaltet, aber nicht so originell. Der Kontrast zwischen dem Gesicht und dem Hintergrund könnte stärker sein, damit er sich besser hervorhebt. Die doppelte Schrift im Titel hat einen gewissen Verzerrungseffekt, der einen zweimal hinschauen lässt, was ich nicht schlecht finde.


Verknallte Teenies und mysteriöse Phänomene
Beginnen wir zunächst mit den Charakteren: Hannah ist ein ganz gewöhnlicher Teenager, geht zur Schule und trifft ihre Freundinnen und redet mit ihnen über Jungs. Schon allein deshalb konnte ich mich nicht so gut mit ihr identifizieren, weil ich nie so ein "normaler Teenie" war. Trotzdem ist das für mich kein Kritikpunkt, gerade die Normalität ist ein guter Ausgangspunkt für das Paranormale, das dann in ihr Leben tritt. Leider wird sie mir im Verlauf des Buches immer unsympathischer, weil mir ihre ewige Schwärmerei für Jan auf den Zeiger geht, auch wenn das später dann durchaus wieder Sinn ergibt. Viele kritisieren, dass sie im Verlauf des Buches immer selbstsüchtiger wird und ihre Gabe nicht zum Wohle aller, sondern nur für ihre eigenen Zwecke einsetzt. Aber wenn wir mal ehrlich sind: Das ist doch die weitaus realistischere Darstellung. Helden in Büchern müssen immer altruistisch sein, weil sie die noblen Helden sind, aber die Realität sieht so aus, dass die meisten Menschen nur an sich denken. Und wenn ich so überlege, mit wem ich damals so zur Schule gegangen bin... Die meisten hätten sicher genau wie Hannah gehandelt. Also ja, es ist nicht die feine englische Art, aber so wäre es nun mal, meiner Ansicht nach.

Jan ist mir richtig zuwider. Er ist ein total mieser Typ, arrogant und ignorant und trotzdem läuft Hannah ihm hinterher. Allerdings merkt man sofort, dass er mit ihrer Gabe irgendetwas zu tun haben bzw. sie sofort bemerkt haben muss. Mir ging es jedenfalls so, in der Leserunde waren andere davon doch überrascht, aber eigentlich kann man das sofort wissen. Am Ende ist die Auflösung doch krasser, als ich erwartet hatte, aber dennoch nicht überraschend.


Lange Zeit tritt das Buch leider auf der Stelle, was man bei so wenig Text erstmal schaffen muss (die Seiten sind groß und mit breitem Rand beschrieben, die Kapitel recht kurz, man hätte es auch auf halb so viel Papier drucken können). Zudem ist man leider durch Hannahs andauernde Schwärmerei für Jan sehr schnell abgeschreckt, weil man sie nicht nachvollziehen kann. Ihre Gabe rückt dabei zeitweise ganz in den Hintergrund. Eigentlich wollte ich dem Buch nur zwei Sterne geben - aber dann kam das Ende. Das Ende war ein ziemlicher Knall, obwohl es auch skurril und irgendwie nicht zuende gedacht wirkte. Man wartet die ganze Zeit darauf, dass irgendeine Tür zu etwas Größerem aufgestoßen wird und genau das passiert. Das Ende hat es dann wieder hochkatapultiert, sodass wir gemittelt jetzt doch bei drei Sternen sind. Es fügt sich vieles am Schluss wie ein Puzzle zusammen und ergibt plötzlich Sinn, weshalb man all die Nervfaktoren von vorher plötzlich versteht und zu verzeihen gewillt ist. Allerdings finde ich, das hätte viel, viel früher kommen müssen. Zwei Kapitel vor Schluss ist definitiv zu spät und die meisten Leser werden gar nicht so weit lesen, sondern das Buch vorher genervt weglegen. Hier hätte man vorher gut kürzen und dafür aus zwei Bänden einen machen können. Warum das hier eine Dilogie geworden ist, kann ich ohnehin nicht ganz nachvollziehen, aber der zweite Teil könnte deutlich besser als der erste werden...

Fazit 
Wie schon erwähnt würde ich die ersten 80 % des Buches leider mit nur zwei Sternen bewerten, das Ende dann aber mit vier (weil ich so Puzzleffekte mag und es vieles erklärt und wieder wett gemacht hat), also sind wir am Ende in der Mitte bei drei. Im Vergleich zu anderen Büchern, die ich mit drei Sternen bewertet habe, schneidet es allerdings doch schlechter ab, also habe ich mich letztlich entschieden, bei den zwei Sternen zu bleiben. Ob ich mir Teil 2 noch ansehen werde, weiß ich noch nicht, aber ich werde mal reinblättern, wenn er erschienen ist.





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