Montag, 16. Juli 2018

[Rezension] "Amani - Verräterin des Throns" von Alwyn Hamilton



Autorin: Alwyn Hamilton | Verlag: cbt Verlag | ISBN: 978-3570164372
erschienen am 11. September 2017 | 544 Seiten | Preis: 16,99 € (Hardcover)



Handlung
Amani ist mittlerweile fest verwurzelt in der Revolutionsbewegung, doch dann gerät sie in die Fänge des Sultans, des Feindes. Nun geht es nicht nur darum, einen Fluchtplan zu erarbeiten, sondern auch zahlreiche Geheimnisse im Palast aufzudecken und Geheiminformationen auszuspionieren. 




Cover
Das Cover gefällt mir gut, wenn auch nicht so prima wie das vom ersten Band. Die Schrift ist natürlich ein Hingucker und auch Amani ist wieder zu sehen, insgesamt stimmig und passend.



Eisen, Bronze und Sand
Der Anfang des Buches hat mich etwas verwirrt. Zunächst gibt es einen recht großen Zeitsprung zwischen dem ersten und dem zweiten Teil. In Form eines orientalischen Märchens wird noch mal die Handlung vom ersten Teil skizziert und auch das, was wir in der Zwischenzeit "verpasst" haben. Sicher eine charmante Art sowas zu lösen, aber irgendwie wirkt es so, als wäre sie nur zu faul gewesen diese Zwischenhandlung zu schreiben. Zudem ist dann gar nicht erkennbar, warumd ie Handlung gerade an diesem Punkt wieder einsetzt. Gut, die Handlung geht dann wenigstens recht spannend los, das war wohl auch der Sinn dahinter. Die eigentlich Haupthandlung, die auch auf dem Klappentext angekündigt wird, beginnt jedoch erst nach der geschlagenen ersten Hälfte des Buches. Das finde ich reichlich spät. Die gesamte erste Hälfte dient einzig dem Zweck, plausibel zu erklären, wie diese Situation, dass sie vom Sultan gefangen genommen wird, möglich wird. Da hätte man auch das noch überspringen und im Nachhinein schildern können, wenn man das Buch nicht noch dicker machen und alles vollständig hätte erzählen wollen. Außerdem hätte man dieses Szenario auch viel einfacher haben können, indem die Handlung unmittelbar an die vom ersten Teil angesetzt hätte oder indem Band 1 mit einem Cliffhanger geendet hätte. So wirkt die ganze erste Hälfte unnötig und man versteht weder, warum das so ausführlich dargestellt wurde und noch weniger versteht man es angesichts der Tatsache, dass so viel anderes übersprungen wurde.

Als die Haupthandlung nach der Hälfte des Buches dann endlich beginnt, häufen sich leider auch die Fehler. In einer Szene ist ein Gewand z.B. erst "in der Farbe des Sonnenuntergangs" und zwei Seiten später ist es weiß. Plötzlich ist jemand in einem Haus in Izman, der zuletzt am anderen Ende der Wüste war und von dem Amani nicht einmal wusste, wo die Person abgeblieben war. Wie soll derjenige nach Izman kommen und woher sollte Amani davon wissen? Und da gab es noch ein paar mehr.

Manches an der Handlung war vorhersehbar. Etwa, dass bestimmte Charaktere noch wichtig werden, wenn sie so offensichtlich in der Handlung dichter ausgestaltet und aufgebaut werden. Dennoch gab es einige Twists, die ich so nicht erwartet hätte.

Auch gestört hat mich, dass ein völlig sinnloses großes Drama zwischen Amani und Jin erfunden wurde, das zudem auch in der Zeit zwischen den Bänden stattgefunden hat und einem nicht mal richtig näher gebracht wird. Natürlich soll in die Geschichte zwischen den beiden irgendwie Drive reinkommen und Friede-Freude-Eierkuchen wäre zu langweilig, aber so wirkte es wahnsinnig gekünstelt und nicht überzeugend. Im weiteren Verlauf finde ich Jins Rolle und Verhalten ebenfalls nicht überzeugend, sondern eher billig gemacht, kitschig und wie aus einem Groschenroman. Musste das wirklich sein? 

Amani als Charakter ist mir weiterhin sehr sympathisch, jedoch macht sie innerhalb dieses Bands keine wirkliche Entwicklung durch. Erst ganz am Ende schwingt sie sich etwas auf.

Nachdem ich den Anfang dann kurz nach dem Einstieg zunächst etwas langweilig fand, wurde auch dieser Band wieder sehr spannend. Pluspunkte gibt es auch auf jeden Fall für die Welt an sich. Sie ist wieder sehr detailiert ausgestaltet, bezaubernd orientalisch und wirkt sehr echt und lebendig. 

Auch Sprache und Schreibstil von Alwyn Hamilton gefallen mir sehr, auch das Einschieben kleiner Märchen, um Hintergründe zu erläutern, finde ich an sich eine prima Idee, die auch stilistisch sehr gut in dieses Buch passt.



Fazit
Der zweite Band ist deutlich schwächer als der erste. Er wirkt an vielen Stellen unüberlegt und nicht überzeugend und ist teilweise auch leider unsauber gearbeitet. Dennoch ist die Welt nach wie vor wunderschön, die Geschichte wird spannend erzählt und Sprache und Schreibstil verleihen einen ganz besonderen Flair. Ich bin gespannt, wo sich der dritte Teil platzieren wird.








Und weil ich auch dieses sehr hübsch finde, heute noch ein zweites Foto zum Abschluss:


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